Coprinus-Syndrom





Antabus-Reaktion

aktualisiert: 21.01.2021



Alkohol zusammen mit Pilzen führt fast augenblicklich zu einem heftigen Erregungszustand mit Beengung, raschem Puls, Gesichtsröte, Atemnot. Reaktion kann bei Genuss von Alkohol noch nach 3 bis 4 Tagen auftreten.
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Clitocybe clavipes und Tricholoma flavovirens letzten sind anekdotisch, schlecht dokumentiert. Allergien können sehr leicht mit einem Coprinus-Syndrom verwechselt werden, und aus der Tatsache, dass zu einer Pilzmahlzeit Alkohol getrunken wurde, darf nicht voreilig auf ein Coprinus-Syndrom geschlossen werden.
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Es konnte kein Coprin in Suillellus luridus (Boletus luridus) und Boletus torosus nachgewiesen werden.
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Erste Symptome und Verlauf der Vergiftung
Hitzegefühl, Beengung, Gesichtsröte, Atemnot, Schwindel, Herzklopfen, Brustschmerzen, Kollaps
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Latenzzeit
Minuten bis 1 Stunde nach der Pilzmahlzeit bei gleichzeitigem Alkoholgenuss. Reaktionen auch noch bis zum 5 Tag nach der Pilzmahlzeit, wenn Alkohol konsumiert wird.
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Therapie
Zur Behandlung der Aldehyd-Vergiftung werden Ascorbinsäure, Eisen intravenös und Cystein intramuskulär empfohlen, bei starker Erregung Beruhigungsmittel.
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Prophylaxe
Verzicht auf alkoholische Getränke
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Toxin/e
Coprin
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Wirkungsweise
Getrocknete Coprinus atramentarius enthalten ca 0.1% Coprin. Bei der Verdauung wird Coprin in das biologisch wirksame 1–Amino–Cyclopropanol umgebaut. Dieser verhindert mittels kompetitivem enzymatischem Mechanismus den Abbau des Alkohols auf der Stufe des Aldehyds. Acetaldehyd (Ethanal) entsteht im menschlichen Körper als Zwischenprodukt beim Abbau von Ethanol durch die Alkoholdehydrogenase. Das 1–Amino–Cyclopropanol ist erst nach ca. 5 Tagen im Körper vollständig abgebaut, weshalb in dieser Zeit Alkoholkonsum unmittelbar zu einer Reaktion führt.
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Coprin und seine Metabolite wirken auch im Nervensystem / Neurotransmittersystem.
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Weiterführende Literatur
Ausführliche Informationen zu diesem Syndrom finden Sie im Nachschlagewerk "Giftpilze" (ISBN 978-3-03800-834-7) von René Flammer, AT-Verlag
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Toxine
Arten die das Syndrom verursachen:
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