Pleurocybella-Syndrom






aktualisiert: 07.02.2021



Vergiftungen sind bis anhin nur aus Japan, speziell aus dem Jahr 2004 bekannt und wurden vor allem bei Patienten mit vorbestehendem Nierenschaden beobachtet. Toxin nicht bekannt. Pleurocybella porrigens ist auch in den USA (Angel Wing) und Europa heimisch. Verwechslung mit Pleurotus-Arten.
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- Zentralnervöse Störungen, Epilepsie, häufig vorbestehender Nierenschaden.
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- Das entdeckte Toxin kann das Myelinscheide von Nervenzellen ablösen, was auch die auffällig diffusen Läsionen die nach 3 bis 8 Tagen in der Zerebralen Cortex gefunden wurden erklärt.
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Kurzfassung des englischen Artikels (siehe link)
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2004 haben heftige Regenfälle ausserordentlich viele und grosse Fruchtkörper von P. porrigens hervorgebracht.
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Dies hatte zu ausgiebigen Ernten geführt und die Menschen wahrscheinlich auch dazu verleitet, grosse Menge von diesen Pilzen zu konsumieren.
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Damit wurdet die toxische Grenzmenge wahrscheinlich (massiv) überschritten, etwas dass man nie sicher wissen wird.
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Insgesamt wurden in 9 Präfekturen in Japan 59 Vergiftungsfälle gemeldet
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Es starben 17 Person, die meisten waren über 70 Jahre alt und hatten vorbestehende Nierenprobleme.
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Ab 2011 wurde weitergeforscht, was die in so kurzer Zeit gehäuften Todesfälle hätte begünstigen können.
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Eine Gruppe mit dem Namen Wakimoto (2011) meldete Lektin und mehrere cytotoxische Aminosäuren, 6 davon neu.
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Da die neuentdeckten cytotoxischen Aminosäuren einen gemeinsamen Nenner hatten (beta-hydroxyvaline Kette) wurde weitergeforscht: Diese ungewöhnlichen Aminosäuren wurde vermutet dass diese 6 Aminosäuren alle aus einen hoch reaktiven Aziridine-amino-Säure Synthese stammen, Pleurocybellaziridine, welches in einer hohen Konzentration von 5,75 mg/g gemessen wurde.
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Wenn Pleurocybellaziridine das Hirn erreichen könnte würde es fähig sein, die beobachteten Entmyelisierungssympote als Resultat von beschädigten Oligodendrozyten zu verursachen.
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Ausführliche Informationen und links zu Quellen siehe unten.
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Allerdings gibt es verschiedene offene Fragen zu diesen Ergebnissen, bezüglich Material, Substrat, Region, etc. Die Vergiftung ist sehr selten und es gab seit 2004 keine gehäuften Todesfälle mehr, obwohl der Autor vermutet, dass dieser Pilz weiterhin von vielen Menschen gegessen wird, da er sehr populär ist.
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Ob das Toxin wirklich Schuld an dem Tod dieser Menschen war ist noch nicht 100% belegt.
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Latenzzeit
Tage bis Wochen (13 - 18 Tage)
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Toxin/e
Pleurocybellaziridine
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Quelle / Referenz
Wakimoto, T., T. Asakawa, S Akahoshi, T. Suzuki, K. Nagai, H. Kawagishi, and T. Kan (2011). Proof of the Existence of an Unstable Amino Acid: Pleurocybellaziridine in Pleurocybella porrigens. Angewandte Chemie International Edition 50(5) 1168.
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Diskussion
Gehäufte Vergiftungsfälle und zusätzliche Todesfälle beim Massenaufkommen von Speisepilzen kommen immer wieder vor. Sie passen nicht so richtig eingereiht werden, speziell dann wenn vermutet wird, dass individuelle Veranlagungen für Vergiftungen verantwortlich sein könnten. Dass Toxinmengen durch in kurzer Zeit gehäuften oder überbordenden Konsum von Massenpilzen toxische Grenzwerte übersteigt ist immer als Grund für die Ursache im Auge zu behalten. Weiter sind noch diverse andere Faktoren wichtig:
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- Alter
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- Vorbestehende Krankheiten
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- Individuelle Unverträglichkeiten, Allergien, genetische Prädisposition, etc.
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Andere Länder, andere Sitten und andere ökologischen Voraussetzungen mögen ebenfalls dazu beitragen, dass die Toxizität gewisser Arten sehr unterschiedlich sein kann.
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Siehe auch Equestre-Syndrom und Paxillus-Syndrom.
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Weiterführende Literatur / Literaturempfehlung
Ausführliche Informationen zu diesem Syndrom finden Sie im Nachschlagewerk "Giftpilze" (ISBN 978-3-03800-834-7) von René Flammer, AT-Verlag
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Arten die das Syndrom verursachen:
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