Laetiporus sulphureus





Schwefelporling

aktualisiert: 08.02.2021 11:43:48

Autoren:
Agaricus speciosus, Battarra, 1755 / Boletus caudicinus, Schaeffer, 1763 / Boletus caudicinus, Schaeffer ex Scopoli, 1772 / Boletus tenax, Lightfoot, 1777 / Boletus coriaceus, Hudson, 1778 / Boletus tenax, Bolton, 1788 / Boletus citrinus, J.J. Planer, 1788 / Boletus sulphureus, Bulliard, 1789 / Boletus ramosus, Bulliard, 1789 / Boletus lingua-cervina, Schrank, 1789 / Boletus citrinus, Lumnitzer, 1791 / Agarico-carnis flammula, Paulet, 1793 / Agarico-pulpa styptica, Paulet, 1793 / Sistotrema sulphureum, (Bulliard) Rebentisch, 1804 / Cladoporus ramosus, (Bulliard) Persoon, 1818 / Polyporus sulphureus, (Bulliard) Fries, 1821 / Polyporus ramosus, (Bulliard) Gray, 1821 / Polyporus citrinus, Persoon, 1825 / Cladoporus fulvus, Chevallier, 1826 / Polyporus casearius, Fries, 1838 / Polyporus rubricus, Berkeley, 1851 / Polyporus ceratoniae, Risso ex Barla, 1859 / Polyporus todari, Inzenga, 1866 / Stereum speciosum, Fries, 1871 / Merisma sulphureus, (Bulliard) Gillet, 1878 / Merisma sulphureum, (Bulliard) Gillet, 1878 / Polyporellus rubricus, (Berkeley) P. Karsten, 1879 / Polypilus sulphureus, (Bulliard) P. Karsten, 1881 / Polypilus casearius, (Fries) P. Karsten, 1882 / Polyporus cincinnatus, Morgan, 1885 / Cladomeris sulphurea, (Bulliard) Quélet, 1886 / Cladomeris casearius, (Fries) Quélet, 1886 / Leptoporus ramosus, (Bulliard) Quélet, 1888 / Leptoporus sulphureus, (Bulliard) Quélet, 1888 / Leptoporus casearius, (Fries) Quélet, 1888 / Polyporus caudicinus, (Schaeffer) J. Schröter, 1888 / Polyporus candicinus, (Scopoli) J. Schröter, 1888 / Polypilus caudicinus, (Schaeffer ex Scopoli) P. Karsten, 1889 / Polyporus rostafinskii, Blonski, 1889 / Laetiporus speciosus, Battarra ex Murrill, 1904 / Polyporellus caudicinus, (Schaeffer ex Scopoli) P. Karsten, 1905 / Laetiporus sulphureus, (Bulliard) Murrill, 1920 / Tyromyces sulphureus, (Bulliard) Donk, 1933 / Grifola sulphurea, (Bulliard) Pilát, 1934 / Laetiporus sulphureus f. ramosus, (Bulliard) Bondartsev, 1953 / Cladoporus sulphureus, (Bulliard) Teixeira, 1986 / Laetiporus cincinnatus, (Morgan) Burdsall, Banik & T.J. Volk, 1998
Klassfikation:
Fungi, Dikarya, Basidiomycota, Agaricomycotina, Agaricomycetes, Polyporales, Fomitopsidaceae
Aktueller Name:
Laetiporus sulphureus (Bulliard) Murrill


Der Schwefelporling scheint nicht nur bei uns sondern vor allem in Kalabrien ein besonders geschätzter Pilz und Delikatesse zu sein. Unter dem Begriff "Fungo di Carrubo", "A funcia di carrua", "Nazco" findet man haufenweise Bilder, Rezepte und Informationen. Allerdings scheint er in Kalabrien eine Rarität zu sein, und entsprechend hoch sind die Preise, welche zwischen 50 - 120 Euro pro Kilogramm liegen.
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Im Zusammenhang mit meinen persönlichen Recherchen und einer Verkostung fasse ich wie folgt zusammen:
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Arten:
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Gemäss mycobank.org werden weltweit über 20 verschiedene Laetiporus-Arten beschrieben.
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Giftigkeit:
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Pilze die an Obstbäumen oder den im Mittelmeerraum vorkommenden Johannisbrotbaum (Carrubo) wachsen sind jung essbar.
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Pilze die an Laubäumen wie z.B. Eichen, Buchen etc. wachsen sollten zuerst 10 Minuten blanchiert werden.
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Pilze die z.B. an Eiben oder Robinie wachsen, akkumulieren Giftstoffe des Wirtes, welche zu Vergiftungserscheinungen führen kann.
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Mögliche Syndrome:
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Indigestions-Syndrom - individuelle Unverträglichkeit
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Auch das Taxin-Syndrom wird erwähnt, aber es scheint dass diese Vergiftungsart im Zusammenhang mit dem Schwefelporling sehr selten ist.
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Verwechslung:
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Mit dem sehr giftigen Zimtfarbenen Weichporling - Hapalopilus rutilans, welcher das Polyporsäure-Syndrom verursacht.
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Zubereitung des Schwefelporlings:
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Pilze sollten zuerst in kochendem Salzwasser 10 Minuten blanchiert werden (um einen allfälligen bitteren Beigeschmack zu eliminieren).
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In Kalabrien werden die Pilze in Form eines Eintopfes mit einer Caponata (Peperoni, Zwiebeln, Tomaten, Lorbeer, Knoblauch), ohne vorheriges Abkochen zubereiten.
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Eine weitere Zubereitungsform sind panierte Scheiben in Schnitzelform (die Schnitzel werden oft zuerst mariniert).
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Die empfohlene Kochzeit beträgt mindestens 15 - 20 Minuten.
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Fruchtkörper / Habitus / Wachstumsform
Konsolenartiges Wachstum
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Poren, Porenform
Schwefelgelb
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Standort
An Laub und seltener Nadelholz
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Bemerkungen / Hinweise / Abstract
Standort & Ernte:
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Auf Obstbäumen, Koniferen, Weiden, Eukalyptus, Olivenbäumen, Johannisbrotbaum, Robinie, Buche, Eiche - der Pilz ist anpassungsfähig, hat ein breites Spektrum und ist ein aggressiver Braunfäuleerzeuger.
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Es wird abgeraten Pilze zu sammeln, welche in der Nähe "Olivenbäumen" wachsen.
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Hier möchte ich folgende Aussage als Übersetzung einer italienischen Webseite zitieren:
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"Es scheint in der Tat erwiesen, dass die Nähe der Wurzeln der Olivenbäume zum Johannisbrotbaum ein spezifisches Toxin erzeugt, das zwar nicht giftig ist, aber sehr lästige Magen-Darm-Störungen verursacht.
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Das Vorhandensein von Nägeln am Stamm hingegen macht den Pilz definitiv giftig. Wenn es sich also auch nur um einen Nagel (und auf dem Land ist das nicht so schwierig) handelt, der in den Stamm des Johannisbrotbaums gepflanzt wird, ist es besser, den Pilz zu sammeln und zu zerstören, auch wenn diese Aktion starke Emotionen, zerknirschte Bitterkeit und Depressionen aufgrund von Enttäuschungen hervorrufen kann.
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Jemand wird sich fragen, was ein Nagel in einem Johannisbrotbaum macht, aber die Antwort ist sehr einfach: Da Johannisbrot leicht fällt, sobald es reif ist, werden die kostbaren Früchte gesammelt, indem man einige Blätter unter das Laub legt und die Ecken um die Pflanze mit einigen Nägeln sichert, um zu verhindern, dass der Wind sie bewegt."
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Nur junge, weiche Pilze sollten geerntet werden.
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Zucht:
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Der Schwefelporling kann gezüchtet werden. Für seine Zucht werden Hölzer wie Birke oder Weide empfohlen, es eignen sich alle Laubhölzer.
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Pilze die auf Harthölzern wie Buche oder Eiche wachsen haben einen bitteren Beigeschmack.
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Zucht auf künstlichem Substrat wird als erfolgreich beschrieben: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3599174/
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Geschmack & Konsistenz:
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Diese Delikatesse wird in höchsten Tönen gelobt und die Adjektive um den kulinarischen Wert streiten sich um die Wette.
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Junge und richtig zubereitete Pilze haben eine gute Konsistenz und sie werden in ihrer Konsistenz mit Quorn, Hühnchenfleisch oder auch Tintenfisch verglichen.
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Eigene Erfahrungen:
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Das Gericht mit der Caponata war ganz lecker, die Caponata hat dominiert. Die Konsistenz gut, die Pilze zart und frisch. Über den Geschmack sollte man bekannterweise nicht streiten. Getrübt war der Genuss nur durch meine individuelle Unverträglichkeit:
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Nach dem Genuss von ca. 50 g korrekt blanchierter Schwefelporlinge, die mindestens 1/2 Stunden in einer Caponata gekocht wurden, erlebte ich eine Art Völlegefühl und etwa 8 Stunden später Magenzwicken und einen Durchfall. Danach normalisierte sich der Magen wieder. Fazit: Selber ausprobieren und mit der Menge nicht übertreiben.
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Verursacht / verantwortlich für das folgende Syndrom:
Gattung/en:
Siehe auch
Links extern

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