Mykose - und ein Fall für die Intensivstation





aktualisiert: 12.02.2021 16:26:21



Pilzerkrankungen - Mykosen werden in Kliniken gefürchtet, besonders die invasiven Mykosen die durch gewebsdurchdringendes Wachstum gekennzeichnet sind, sich streuen und zu Infektionsherden verteilt im Körper führen. Der medizinische Begriff der hier anzuwenden wir heisst Dissemination. Die Verbreitung führt dazu dass z.B. Augen, Herzklappen oder das zentrale Nervensystem und andere Organe befallen werden.
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Eine interessante und wahre Geschichte aus einer Publikation von livescience mit dem Titel "Ein Trip zur Intensivstation (ICU): intravenöse Injektion von Psilocybin oder "A “trip” to the ICU: intravenous injection of psilocybin".
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Ich glaube auch nicht dass es um eine Sauregurkenstory handelt, da es in der Drogenszene wirklich nichts gibt, was nicht ausprobiert wird und auch bei der Selbstmedikation sind die Menschen sehr kreativ und experimentierfreudig.
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Ich gebe dem Patienten mal den fiktiven Namen John:
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John wird auf den Notfall eingeliefert nachdem er sich einen Tee mit "Magic mushrooms" intravenös gespritzt hatte. Er verbrachte 22 Tage im Spital, davon 8 Tage in der Intensivstation. Er wurde mit Antibiotika und Antimykotika behandelt um ein Multiorganversagen zu verhindern. Er wurde inzwischen entlassen unterliegt aber einer Langzeittherapie und muss weiterhin Medikamente einnehmen.
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Es handelte sich um eine systemische Mykose, d.h. einen Pilzbefall der inneren Organe. Seine Organe wurden positiv auf eine bakterielle Infektion mit Brevibacillus und eine Pilzinfektion mit Psilocybe cubensis getestet, was darauf hinwies, dass der Pilz sich in seinem Blut verbreitete und dort ideale Wachstumsbedingungen vorfand.
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Wie hatte John seinen Tee zubereitet? Warum waren die Sporen noch pathogen? Welche Vorerkrankungen hat John? War John evtl. ein regelmässiger Drogenkonsument? Diese Fragen bleiben unbeantwortet, die Anamnese ist unvollständig.
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Es gibt etwa 150 Pilzarten die uns auf die eine oder andere Art infizieren können. Besonders für Menschen mit bereits geschwächtem Immunsystem stellen Pilzinfektionen eine Grosse Gefahr dar. Auch harmlose Pize können als sogenannte "opportunistische Keime" für diese Personengruppe sehr gefährlich sein.
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Es fehlen im Artikel Hintergrundinformationen über den angeblich 30jährigen John, der Artikel besagt nur, dass er unter bipolaren Störungen litt. Er setzte die verordnete Medikation ab, und wollte die im Internet gefundenen Informationen über therapeutischen Effekte von halluzinogenen Substanzen in Form einer Tee-Injektion an sich selbst auszuprobieren. Dies ging mehr als schief, kurz darauf manifestierten sich Brechdurchfälle mit Blut, sein Experiment hattet lebensgefährlichen Folgen.
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Magic Mushrooms werden typischerweise als Tee zubereitet, in einer Omelette, roh oder getrocknet gegessen, zu Pulver gemahlen und in Kapseln gefüllt oder mit Schokolade verarbeitet. Sie werden normalerweise nicht intravenös gespritzt. Psilocyben lösen bewusstseinsverändernde Trips aus, indem sie mit bestimmten Rezeptoren im Gehirn interagieren. Das Psilocybin zerfällt in Psilocin, eine Substanz, die ähnlich wie Serotonin wirkt und die Stimmung und Wahrnehmung beeinflusst.
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Ein schlechter Trip hat die Symptome einer cholinergen Reaktion, d.h. er kann Angst, Furcht und Verwirrung auslösen, ebenso wie erhöhten Blutdruck, Erbrechen, Kopfschmerzen und Magenkrämpfe. Auch können Magic Mushrooms mit anderen ähnlichen Pilzen verwechselt werden, so gibt es Fälle bei denen Cortinarius rubellus für mehrere Todesfälle gesorgt hatte, weil geglaubt wurde man hätte Psilocyben geerntet.
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